DER FILM
SYNOPSIS
Den Krieg "menschlicher" zu machen ist eine unglaublich schwere
Aufgabe. Und die Konfrontation von MiGs mit alten Gewehren, wie sie
tribale Gesellschaft noch verwenden, ein unglaublich schwerer Schock.
Was erhofft sich dieser Schweizer, der mitten in der arabischen Wüste
die berühmte weisse Fahne mit dem roten Kreuz hochhält...?
Dutzende von IKRK-Delegierten und Ärzten aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich sorgen während des Bürgerkriegs, der in den 60-er Jahren im Jemen tobt, unter mittelalterlichen Bedingungen im Innersten des Landes für medizinische Hilfe. Es ist dies eine der spektakulärsten und effizientesten Aktionen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, welche die Organisation allein an vorderster Front führt, lange bevor die NGOs auf die Bühne des Geschehens treten.
Vor dem Hintergrund zahlreicher Bastionen, so alt wie die Bibel und bis heute teilweise erhalten, erleben wir das Abenteuer derjenigen, die damals unter der Leitung von André Rochat ihr eigenes Leben riskierten und die Aktion vor Ort durchführten. Sie begleiten uns mit ihren Berichten aus der Wüste hinter die Kulissen der humanitären Macht, dorthin, wo der Kampf um die Würde des Menschen beginnt.
KURZBERICHT ÜBER DIE DREHVORBEREITUNGEN
von Catherine Azad
«Schwarzer Anzug, Hut, schlank, glatt rasierter Kopf…» So präsentiert sich André Rochat bei seinem ersten Treffen mit Catherine Azad im August 2005 beim Verlag "Editions de l'Aire" in Vevey. Der ehemalige IKRK-Delegierte kam, um sein Buch L’homme à la croix vorzustellen. In drei Viertel Stunden soll über die fünfhundert Seiten, die von acht Jahren humanitärer Mission im Mittleren Osten erzählen, diskutiert werden. Jemen. Claudine Azad taucht in Gedanken wieder in die Ereignisse des Jahres 1988 ein. Erinnerungen, die sie schon längst und für immer für vergessen glaubte, werden wach. Die an Mädchen und Frauen unablässig verübte Gewalt, die Stammesgesetzes und die durch die Alltagsdroge Kat verursachten Gesundheitsschäden waren allgegenwärtig, als sie zusammen mit ihrem Mann Frédéric Gonseth und ihrer 6-jährigen Tochter dieses Land durchquerte.
Deshalb ist es für sie schwierig, die Begeisterung ihres Lebensgefährten für den Bericht von André Rochat zu teilen. Nicht zuletzt, weil ihr dieser wie ein «steifer, eingebildeter, militärischer und schwer zugänglicher Mensch» vorkommt. Trotzdem begleitet sie den Regisseur zum ersten Treffen mit dem waadtländischen «Lawrence von Arabien». Beide sind von diesem Mann fasziniert und lancieren ein Projekt für einen Dokumentarfilm; Catherine Azad hat jedoch Mühe, einen echten Dialog mit dem ehemaligen IKRK-Delegierten aufzubauen. Doch dann werden die langen, schwierigen Interviews allmählich immer tiefgründiger und «André der Eroberer» senkt sein Schutzschild. Emotion kommt ins Spiel, und Catherine Azad «findet langsam den Zugang zu diesem immensen politischen, geschichtlichen und menschlichen Abenteuer, das sich im Jemen der 60-er Jahre zutrug».
In ihrem Kurzbericht beschreibt Catherine Azad, wie dieser Dokumentarfilm für sie zu einem Abenteuer wird. Eine Reise, auf der sie diesen erstaunlichen Mann kennen lernt, die sie in den Jemen von Sanaa bis Aden zurückversetzt und die sie schliesslich ihren verdrängten pakistanischen Wurzeln, zu denen sie einiges Tages vielleicht wieder zurückfinden wird, näher bringt.
Pierres d’islam von Catherine Azad in der Kollektivausgabe Rencontre, Editions de l’Aire, Vevey, 2008
Vollständiger französischer Text (ca. 16 Seiten) für die Presse erhältlich bei info@fgprod.ch