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DER REGISSEUR


KOMMENTAR DES REGISSEURS
von Frédéric Gonseth

Der Krieg im Jemen ist seit langem vergessen, und es geht nicht darum, ihn wieder hervorzurufen. Es geht viel mehr darum, die vom IKRK während dieses Kriegs durchgeführte Aktion zu würdigen. Es handelte sich damals um den ersten Vorstoss der humanitären Werte in islamisches Gebiet. Seit jenem Moment steht die Annahme oder Ablehnung dieser Werte durch die islamischen Länder immer wieder im Zentrum des Weltgeschehens.

Diesen ersten Vorstoss machten André Rochat und sein aus Delegierten und Ärzten des IKRK bestehendes Team in den 60-er Jahren. Ihr Erfolg war enorm, und die späteren Aktionen waren nicht immer von einem so guten Resultat gekennzeichnet.

Die IKRK-Missionen sind stets von einem dicken Schleier umhüllt, der zum gegebenen Zeitpunkt lebensnotwendig ist. Angesichts der Geschichte ergab sich jedoch eine einmalige Gelegenheit, diesen Schleier zu lüften und das Abenteuer des Roten Kreuzes zu erzählen. Der Missionschef erzählt frei und offen, ohne auszuweichen. Er hat Dokumente aufbewahrt, die von den Delegierten normalerweise vernichtet werden müssen. Auch Filme hat er gedreht. Zusammen mit dem vom Drehteam aufgespürten Archivmaterial sind genügend Unterlagen vorhanden, um SÄMTLICHE Ereignisse vollständig zu rekonstruieren.

Die letzte Herausforderung besteht darin, die Jemeniten selber mit diesen aus den Archiven hervorgeholten Bildern des Bürgerkrieges und der IKRK-Aktion zu konfrontieren. Der Film folgt André Rochat auf seinem Weg zurück zu seinen eigenen Spuren, bis in die Höhle von Jihannah (Dhi Jab). Er unterstreicht, anhand des aktuellen Weltgeschehens, wie dringend nötig es ist, dass das IKRK seinen unersetzlichen Kampf für die Kriegsgefangenen in der ganzen Welt fortführt, da einige Jemeniten in Guantanamo inhaftiert sind. Nie verliert er jedoch den Blick des unabhängigen Filmschaffenden auf die nicht immer harmonischen Beziehungen zwischen dem Hauptquartier des IKRK und dessen an vorderster Front kämpfenden Mitarbeitern.



BIO/FILMOGRAFIE
von Frédéric Gonseth

Geboren 1950 in Lausanne. Verheiratet mit Catherine Azad. Ein Kind, Sémira.
Nationalität: Schweizer
Sprachen: Französisch, Deutsch, Schweizerdeutsch, Englisch, Italienisch und Grundkenntnisse in Russisch
Sekundarschule und wissenschaftliches Gymnasium (Typ C) in Lausanne
Matura, Typ C (1968), Literaturpreis Edmond Gilliard
Lizenziat der Soziologie (1972) an der Universität Lausanne
Praktikum als Journalist, Tagesschau, Zürich (1973-75)
Chefredaktor der Zeitschrift "la Brèche" (1975-1980)
Unabhängiger Regisseur-Produzent (ab 1980), freier Mitarbeiter der TSR
Gründungsmitglied der Fondation Vaudoise pour le Cinéma, Gründungsmitglied und jetziger Präsident der
Association Romande du Cinéma (ARC), Gründungsmitglied und Präsident des Vereins Archimob

2008/2009 Le Mékong en blouses blanches, doc TV, 52 min. 2009
2008 Prix Suisseculture 2008
2008 La Citadelle humanitaire, doc cinema, 90 min. 2008
2005 La Nouvelle Loïse, projet de scénario de fiction, prix SSA (Locarno)
Gros mots, petits sabots, doc, 88m. (codirected with Catherine Azad)
2004 Regards en arrière/Rückblickend, 3 films of 15 m. for collection “ archimob ”
2003 Mission en enfer, doc, 95 min.
2002 Archives de la mobilisation, action de recueil de 555 témoins de la Deuxième Guerre mondiale en Suisse
Les Barricades mystérieuses, doc lm, 74 min (co-réalisé avec Catherine Azad)
2000 La Cité Animale, doc, 52 min (TV) et 70 min (film) (co-réalisé avec Catherine Azad)
1999 Longues Oreilles - spécial Bertrand Piccard, doc 22 min 1998
Longues Oreilles en Suisse orientale et au Tessin, série TV 300 min 1997
Ce Fou de Töpffer, doc et fiction TV, reportage fantaisie, 56 min
Les Frissons du Hasard, production d’un doc lm (77 min) en plusieurs parties sur les loteries dans le monde, réalisation de l’épisode “ Géorgie ” (20 min)
Esclaves d’Hitler/Hitlers Sklaven, doc lm, 75 min (version ARTE 58 min)
La Montagne Muette, doc & fiction lm, 95 min
Longues Oreilles en Suisse Romande, série documentaire “ TV en marche ” de 25 x10 min
1994 Le Ciel et la Boue /Bauen war mein Leben, doc lm, 90 min
Choeurs en balade, reportage TV, 25 min
1992 L’Ukraine à petits pas, doc lm, 105 min (co-réalisé avec Catherine Azad)
1991 Escapade moldave, reportage TV, 25 min (co-réalisé avec Catherine Azad)
1989 Histoire du Franc suisse, doc cm pour la BNS, 25 min
1987 Début de “ Frédéric Gonseth Productions ” : FOSC du 7.1.1987 p.42
dès1986 Nombreux reportages pour les magazines de la TSR
1984 La Voix de son oeil, fiction cm, 25 min
1983 “ Peter Wyssbrod en direct ”, spectacles mime et comique, 60 min
1981 La Facture d’orgue, doc lm, 60 min
1971 L’Hypothèque, fiction lm
1969 La Bataillère, fiction lm
1968 Somnifia, fiction lm
1967 La Petite est morte, fiction cm
1966 C.-F. Ramuz, évocation des lieux, doc cm